Dienstag, 21. Mai 2013

Von allen guten Freunden verlassen

Wie aus einem vergnüglichen Nachmittag am Pool und ein paar unbedachten Nacktfotos drei Jugendliche in die Einsamkeit getrieben werden, beschreibt Alice Gabathuler in ihrem neuen Psychothriller. Der Matchbox Boy hegt Rachegelüste und verbreitet intime Geheimnisse von Jori und ihren Freundinnen im Netz. Von da an wird das Leben der Mädchen von den Abstimmungen der Community bestimmt.

Auch wenn die Person des Matchbox Boys rätselhaft bleibt und nicht alle Wendungen der Geschichte überzeugen - wieso versagt der Privatdetektiv genau in jenem Moment, wo er Jori schützen soll - gerät der Leser in einen Sog und bleibt am Ende ebenso hilflos gegenüber dem Cybermob wie Jori und ihre Freundinnen. Ein Leseerlebnis für Regentage.

Alice Gabathuler: Matchbox Boy (2012),
Signatur: KSBA JUGEND GABA

Montag, 13. Mai 2013

Grosse Zeiten, grosse Gefühle


Champagner, Limousinen, Jazz - die Roaring Twenties sind der Hintergrund des grossartigen Romans "The Great Gatsby", der in diesen Tagen in einer Neuverfilmung in die Kinos kommt.
F. Scott Fitzgerald beschreibt in diesem Jahrhundertroman auf einzigartige Weise ein Stück Zeitgeschichte und die Tragik menschlicher Gefühle.
Einerseits schildert der Roman die Leere und Langeweile der High Society im New York der Zwanzigerjahre am Beispiel des 30-jährigen Neureichen Jay Gatsby. In seiner Villa veranstaltet er Partys für die New Yorker Gesellschaft.
Anderseits ist es die Geschichte einer unglücklichen Liebe. Jay Gatsby möchte seine ehemalige Geliebte Daisy wieder zurückgewinnen. Als Daisy mit seinem Auto einen Unfall baut und dabei eine Frau tötet, nimmt Jay die Schuld auf sich.
Lesen Sie zuerst die Romanvorlage und machen Sie sich Ihre eigenen Bilder zum "American Dream"!

"The great Gatsby" von F. Scott Fitzgerald, Signatur: FITZ (englische Literatur) 



Sonntag, 5. Mai 2013

"Ich übergebe den Flammen die Schriften von…."

(Bildquelle: Keystone)

Vor 80 Jahren, am 10. Mai 1933, loderten in verschiedenen Städten Deutschlands die Scheiterhaufen. Nachdem die Nationalsozialisten eine Kampagne "Wider den deutschen Geist" gestartet hatten, wurden Bücher, die nicht der Parteiideologie entsprachen, verboten und einige davon demonstrativ verbrannt.
Zudem wurde den Autoren und Autorinnen, die nicht emigrierten, ein Aufführungs- und Schreibverbot auferlegt. Ziel der Nazis war es, das unliebsame Gedankengut dauerhaft auszurotten.
Einige Werke gerieten dadurch tatsächlich in Vergessenheit, vielen Schriftstellern und Schriftstellerinnen gelang es nach der Rückkehr aus dem Exil nicht mehr, den literarischen Anschluss zu finden.
Auch in der neueren Zeit gibt es immer wieder Verbote, ja sogar Verbrennungen von Büchern, so wurden zum Beispiel 1988 "Die satanischen Verse" von Salman Rushdie und 2001 "Harry Potter" von J.K. Rowling verbrannt, denn sie gelten in gewissen Kreisen als "gotteslästerlich".
 Zum Gedenken an diese Ereignisse gibt es in der Mediothek eine kleine Ausstellung, kommen Sie doch vorbei!

Mittwoch, 24. April 2013

Aller Anfang ist schwer

Zum 35. Mal zieht es die Literaturwelt nach Solothurn. Ob an der Ausstellung, am Podium oder im Poesiesalon, am 10.-12. Mai 2013 dreht sich hier alles um das Thema "Anfänge". Womit beginnt man einen Text oder ein Buch? Wie soll der erste Satz lauten?

www.literatur.ch/
In- und ausländische Autoren und Autorinnen, wie Jenny Erpenbeck, Navid Kermani, Urs Widmer, Eveline Hasler oder Linus Reichlin stellen sich den Diskussionsrunden. Auch Debütanten und Debütantinnen wird eine perfekte Gelegenheit geboten, ihre Erstlinge zu präsentieren. Geniessen Sie also, wie das Anfangen in der Literatur inszeniert, debattiert, gespielt und in verschiedenster Weise aufgezeigt wird.

Besuchen Sie dazu auch die passende Ausstellung in der Mediothek!


Sonntag, 7. April 2013

Nicht nur in Songs, auch in Bücher kann man reinhören…




Will ich die neuste CD von Coldplay wirklich kaufen? Wie gut, dass ich bei iTunes in die einzelnen Stücke reinhören kann. Nun kann man auch in Bücher reinhören…..Wie das möglich ist? Auf der Webseite www.zehnseiten.de lesen Autoren und Autorinnen 10 Seiten aus ihrem Werk vor. 10 Seiten sind nicht viel, geben aber doch einen Eindruck über den Stil der Sprache und die Art des Romans. Einige Autoren erzählen kurz etwas über den Inhalt des Buches, andere beginnen direkt zu lesen. Die Auswahl beschränkt sich auf neuere deutsche Literatur. Krimis und Thriller fehlen.
Zu finden sind Kostproben von Ursula Krechels "Landgericht", Eva Menasses "Quasikristalle" oder auch Catalin D. Florescus "Jacob beschliesst zu lieben" und Melinda N. Abonjis "Tauben fliegen auf".
Interessant ist es auch, die Autoren und Autorinnen live lesen zu hören; so unterschiedlich wie ihre Bücher sind auch die Lesungen.
Hören Sie rein und holen Sie sich dann das Buch bei uns in der Mediothek…

Mittwoch, 3. April 2013

Eine Liebesgeschichte so zart wie Kirschblüten


Da der Lenz noch auf sich warten lässt und der Himmel bei uns eher grau als blau ist, lohnt es sich, den Frühling durch ein romantisches Buch in die eigene Stube zu holen.

Die Geschichte "Der Himmel ist blau, die Erde ist weiss" spielt in Japan und handelt von der 38-Jährigen Tsukiko, die alleine lebt und sich in der Liebe für unbegabt hält. Zufällig begegnet sie in einer Kneipe ihrem ehemaligen, 30 Jahre älteren, Japanisch-Lehrer. Sie bemerken, dass sie unabhängig voneinander die gleiche Speise bestellt haben.
In der nächsten Zeit treffen sie sich immer wieder zufällig in dieser Kneipe. Dabei sitzen sie  immer nebeneinander am Tresen, reden aber kaum ein Wort miteinander und sie nennt ihn höflich, aber distanziert Sensei (Lehrer, Meister). Trotzdem fühlen sich beide immer mehr zueinander hingezogen.

Diese Annäherung wird poetisch und in wunderschönen Bildern beschrieben. Vieles spielt sich zwischen den Zeilen ab und gerade das macht diese Geschichte so faszinierend.

"Der Himmel ist blau, die Erde ist weiss" von Hiromi Kawakami

Signatur: KAWA (Literatur deutsch)

Dienstag, 26. März 2013

Langweiliger Titel, spannende Geschichte!



Über Zeitreisen sind schon viele Bücher geschrieben worden. Dieses ist anders.

Der alte Richter Weitling gerät mit seinem Boot auf dem Chiemsee in ein Gewitter. Als er von einem Blitz getroffen wird, findet er sich plötzlich im Leben des 16-jährigen Willy wieder. Dieser Willy ist niemand anders als er selbst in jungen Jahren. Der alte Mann ist wie ein Geist immer in der Nähe des Jungen, sieht, was dieser sieht, hört, was dieser hört und merkt auch, was dieser denkt.
Zuerst hofft er, dass diese merkwürdige Erscheinung wieder vorbei geht, aber er begleitet den Jungen über viele Monate, ohne dass er wieder in sein altes Leben zurück kann. Mit der Zeit stellt er fest, dass nicht alles im Leben des Jungen so ist, wie er es erinnert. Könnte es sein, dass sich das Leben des jungen Willy anders entwickelt, als er es annimmt? Und wenn das so ist, wer ist er dann, wenn er wieder in sein anderes Leben zurückkehrt?

Lassen Sie sich von dem staubigen Titel nicht irreführen und lesen Sie diesen spannenden Roman über eine philosophische Zeitreise!

Sten Nadolny: Weitlings Sommerfrische (2012). Signatur KSBA NADO